43.800 – Na toll! … 43.800 Ergebnisse für die Suchanfrage „Scheitern vorprogrammiert“!
Dank dem allwissenden Orakel Google, weiß ich jetzt wenigstens, dass ich mit dieser Sorge wohl nicht alleine bin.
Es scheint eher so, als hätte jeder von uns mit der Eintrittskarte fürs Leben, diese fiese kleine Gemeinheit mitgebucht: Egal welcher Aufgabe man sich auch immer stellen mag, es gibt stets mehr Wege daran scheitern zu können, als später einmal seinem Triumph in die Augen zu sehen.
Der Erfolg ist eher ein scheues, introvertiertes Wesen, das stets seinen lautstarken Bruder, dem Misserfolg, den Vortritt lässt. Dieser ist dafür ein echter Draufgänger, der sich an einem Abend, gleich auf mehreren Partys die Zeit zu vertreiben weiß. Dumm nur, dass gutes Benehmen und Taktgefühl nicht gerade seine Stärken sind.
Wäre uns da nicht die Begleitung seines schüchternen, dafür aber immer zuvorkommenden Bruders, lieber? Ganz bestimmt!
Warum aber besucht er uns dann so selten? Kann er uns etwa nicht finden? Oder sind wir vielleicht einfach nur schlechte Gastgeber?
Glaubt man der Statistik, dass zwei Drittel aller IT-Projekte die gesetzten Ziele verfehlen, so erscheint die Wortkombination „programmieren und scheitern“ wohl nicht ganz zufällig.
Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass es viele Fettnäpfchen gibt, in die man als Gastgeber eines eigenen Projektes treten kann. Es ist das Märchen wie aus MyCleverFriend zeitweise ein echtes Monster wurde.
Ihr werdet erstaunt sein, denn eigentlich geht das alles ganz einfach. Man organisiere einen Festakt und …
- lade alle möglichen Bekannten, Freunde und Leute ein
- keine konkrete Zielgruppe
- verrate besser niemanden den Grund für die Einladung
- keine Spezialisierung
- kein konkretes Ziel – alles nur wage Vorstellungen
- bloß nichts Konkretes in einem Satz beschreiben
- das Projekt/der Programmiercode wächst langsamer als die Ideen; nur nicht sich einengen lassen oder spezialisieren müssen
- verziere die Feierlichkeiten mit allerlei Schnickschnack wie Halloweenmasken und leckeren Hochzeitstorten, ohne ein Thema wirklich zu bedienen
- mehr Features als Solutions
- beschreibe den Gästen besser nicht auf der Einladungskarte, wie sie dich finden. Schicke am besten überhaupt erst gar keine Einladung ab.
- kein Marketing
- sage keinen der Eingeladenen, wann die Party beginnt oder endet
- kein konkreter Zeitplan, kein fertiger Release
- frage besser keinen, der schon einmal eine ähnliche Feier organisiert hat, was man besser machen könnte
- keine Institution, die dich bremst, wenn du daneben liegst
- keine Beratung von außen holen
- bereite das Essen möglichst ganz alleine vor, weil jeder Einwand nur stört und prinzipiell von negativer Natur ist
- möglichst lange alleine in der eigenen Suppenküche arbeiten
- biete am Buffet von allem etwas an. Passe aber auf, dass nichts wirklich zusammenpasst
- Zu viele Ideen und Anwendungsbeispiele
- alles undefiniert
- bereite am besten nichts für die Feierlichkeit vor, weil alles möglichst spontan und authentisch sein soll
- Kein Designdokument – keine einzuhaltende Reihenfolge
- keine Liste zum abhaken: „Das habe ich geschafft“
- Editor, Programm, Library? – was denn nun als Erstes?
- kein Ende definieren
- veranstalte alles auf einem riesigen trostlosen leer stehenden Parkplatz ohne Regenschutz und Sitzmöglichkeiten, auf denen sich alle Leute möglichst weit voneinander entfernen können
- das Fundament wächst und wächst, aber das Haus wird nie gebaut
- keine gemeinsame Vision und Kommunikation
- keine klaren Grenzen
- versuche die Gäste ständig bei Laune zu halten, in dem du die Musik immer ganz wild zwischen den verschiedensten Genres wechselst
- schleichende immer mehr werdende Zusatzfunktionen
- rechne am Ende besser nicht nach, ob sich denn der ganze zeitliche/finanzielle Aufwand gelohnt hat
- Nutzen gegenüber Aufwand nicht stimmig
- bilde sich am Ende des Tages ein, die Fete ist nur ein Reinfall gewesen, weil die anderen Leute die Schuld tragen
- kein Post-Mortem
- keine Fehler bei sich suchen
- kein Feedback einholen, egal ob Lob oder Tadel
- vorsätzlich alles immer nur positiv sehen
Fallen euch auch noch Dinge ein, warum das geheimnisvolle Wesen „Erfolg“ eure Partys meidet? Bitte teilt sie mit mir. Es müssen ja nicht zwangsläufig nur Erfahrungen aus der Informatik sein.








ich finde schüchterne personen immer viel netter als die draufgänger. kopf hoch!
Das allwissende Orakel Google sagt bei mir:
37.600 Ergebnisse für “scheitern vorprogrammiert”
135.000 Ergebnisse für “erfolg vorprogrammiert”